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3 Themenbezogene Erziehungs- und Bildungsbereiche

Darüber hinaus stehen den Kindern folgende Lernbereiche zur Verfügung:

3.1 Übungen des täglichen Lebens

Es sind die fundamentalsten Übungen im Kindergarten. Sie entsprechen den Tätigkeiten, welches das Kind in seiner häuslichen Umgebung vorfindet. Das Kind ahmt nach, was wir tun. Wir zeigen ihm, wie man sich bspw. die Hände wäscht, Knöpfe öffnet oder schließt, Geschirr abwäscht. 

Charakteristisch für diese Phase ist der Wunsch und das Drängen des Kindes etwas alleine zu können Um das Kind bei diesen oftmals noch schwierigen Aufgaben zu fördern, aber zugleich unabhängig von der Hilfe des Erwachsenen zu machen, bieten wir folgende Materialien und Darbietungen an:

Die Übungen des täglichen Lebens haben vier Schwerpunkte:

    • Die „Sorge für mich selbst“ bedeutet die Pflege der eigenen Person, wie z.B.
  • An- und Ausziehen
  • Schütten, Löffeln, Gießen 
  • Hände waschen
  • Kochen/Backen
  • Bügeln
    • Zur Sorge für die Umgebung“ gehört bspw.
  • Polieren von Metall
  • Kehren
  • Spülen
  • Weben

3.1.3_„Übungen des sozialen Lernens“

  • Lektionen in Annmut und Höflichkeit, wie Regeln im sozialen Umgang, bspw. Umgangsformen
  • Anreichen, Servieren, Dekorieren, Tischkultur
  • religiöse Traditionen und Gebräuche

3.1.4_„Übungen für die koordinierte Bewegung und der Stille“

Das Kind lernt seine Bewegungen auf ein Ziel hin zu richten.

Dazu zählen

  • Gleichgewichtsübungen
  • Stilleübungen
  • Gehen auf der Linie

Alle angebotenen Materialien sind so gewählt, dass das Kind die Zielsetzung alleine erkennen kann. Das Handlungsmotiv wird dabei wahrgenommen werden, z.B. beim Schütten, Löffeln. Das Kind übt Kraftdosierung und Fingerfertigkeit, um bspw. nichts zu verschütten oder ein Streichholz anzünden zu können. Durch wiederholtes Arbeiten werden die Bewegungen des Kindes zunehmend sicherer und harmonischer.

In diesem Zusammenhang kommt der Hand des Kindes eine besondere Bedeutung zu. "Die Hand ist das äußere Hirn des Menschen" (Kant). Das Kind lernt Handeln, "es begreift" die Dinge im wahrsten Sinne des Wortes.

Ziele:

  • Erschließung von komplizierten Handlungsabläufen
  • Erkennen von komplexen Strukturen und durchschauen von Einzelheiten
  • Schulung der Auge-Hand-Koordination und Feinmotorik
  • Erreichen von Unabhängigkeit im Denken und Tun
  • Entwicklung und Ausbau der Fähigkeit folgerichtig und logisch zu denken
  • Soziales Leben/Sozialisation/Handlungen und Regeln erlernen, die üblich sind,
  • ebenso wie sich durch bereits erworbene Fähigkeiten gegenseitig helfen (z.B. Schleifebinden)
  • Grobmotorik, Gleichgewicht und Körperspannung üben
  • Meditativer Aspekt: zur Ruhe kommen, aufmerksam werden, sich selbst und andere wahrnehmen
  • Vorübung zum Schreiben
  • Vorübung zur Geometrie (Inhalt, Volumen,...)

3.2 Gesundheit

Kinder an gesunde Lebensweisen heranzuführen und an ein stärkeres Verantwortungsbewusstsein für die eigene Gesundheit zu wecken – dies kann nicht früh genug beginnen. Deshalb legen wir Wert auf eine gesunde Ernährung der Kinder und möchten sie in diesem Bereich sensibilisieren.

Dazu bieten wir den Kindern verschiedene Angebote an:

  • Wir bereiten Lebensmittel mit Kindern gemeinsam zu,
  • bspw. „gesundes Frühstück“, Kochtag und ein spezielles Regal im lebenspraktischen Bereich (Nudelsuppe, Waffeln, ...)
  • Wir lernen Funktionen unseren Körpers kennen und achten,
  • bspw. Zahngesundheit – Besuch eines Zahnarztes, „Wir sehen uns einen Rettungswagen an“, Körperpuzzle usw.
  • Dabei machen wir durch Gespräche und einfache Übungen den Kindern beispielsweise die Bedeutung der Hände, Füße, der Sinnesorgane bewusst. Sie erfahren, dass jeder Körperteil eine Aufgabe übernimmt und wie kostbar der Körper in seiner Ganzheit ist.
  • Wir geben den Kindern die Möglichkeit sich im Freien bei jeder Witterung zu bewegen (Garten, Wanderungen). Dabei greifen wir die Aspekte Gesundheit, Bewegung und die Notwendigkeit witterungsentsprechende Kleidung als Gesundheitsvorsorge auf.

3.3 Förderung und Ermöglichen von Sinneserfahrungen

Die Sinnesmaterialien geben dem Kind die Möglichkeit seine Umwelt Schritt für Schritt mit den Sinnesorganen zu erfahren. Hierbei lernt das Kind Abstufungen wahr zu nehmen und seine Sinne zu sensibilisieren. Im Umgang mit dem Material erfährt es die Beschaffenheit von Gegenständen, entwickelt dabei seine neue Ordnungsstruktur und kann vielfältige Sinneseindrücke besser einordnen.

Sinnesmaterialien und Angebote gibt es in den Bereichen

  • optisch
  • akustisch
  • taktil
  • olfaktorisch (riechen)
  • gustatorisch (schmecken)
  • vestibulär (Gleichgewicht)  
  • probiozeptiv (Tiefenwahrnehmung)

 

3.3.1 Material

Dazu gibt es Material

  • zum Erkennen von Dimensionen (Einsatzzylinder, Rosa Turm, Braune Treppe, Rote Stangen)
  • zum Erkennen von Farben (Farbkästen)
  • für den Tastsinn (Tasttafeln, Tastbrettchen, Fühl-Memory, Stoffe fühlen)
  • für den Gehörsinn (Geräuschdosen, Glocken, Geräusche-CD und dazugehöriges Bildmaterial um visuelle und akustische Reize bei gezielter Sinnesschulung anzusprechen.
  • für den Gewichtssinn (Gewichtstäfelchen, Waage)
  • für den Wärmesinn (Wärmplatten, Wärmeflaschen)
  • für den Geruchssinn (Geruchsdosen oder –flaschen)
  • für den Geschmacksinn (Geschmacksgläser oder –flaschen)
  • zum Erkennen von Formen und Figuren (geometrische Kommode, konstruktive Dreiecke, Drei-, Recht- und Sechseckkasten, knopflose Zylinder, binomischer und trinomischer Kubus, biologische Kommode
  • 3.3.2 Übungen
  • Wir bieten den Kindern meditative und rhythmische Übungen im Sinne von Anschauungen und entsprechenden Übungen an. Zum Ausdrücken von Empfindungen durch den ganzen Körper gibt es Angebote zur Festigung des Körperschemas, Traumreisen, Entspannungsübungen und Meditationen mit einer positiven Auswirkung auf das Wohlbefinden.

    3.3.3 Erleben der freien Natur

    Durch das „offene Haus“, den Wanderungen und Ausflügen können die Kinder, die im Lebensbereich verloren gegangenen Spielbereiche mit allen Sinnen erfahren, z.B. Blumen riechen, Wasser fühlen, Gräser tasten.

    3.4. Kreativ-gestalterischer Bereich

    Ästhetische Bildung ist vor allem die Bildung sinnlicher Wahrnehmung und Kreativität.

    Kinder an die Vielfalt von Materialien und Techniken heranzuführen ist ein Kernbereich der ästhetischen Bildung. So stehen bei uns für die Kinder ständig an den verschiedenen Tischen die unterschiedlichsten Materialien zum Basteln und Malen bereit. Sie haben die Möglichkeit ihren eigenen Antrieben und Ideen entsprechend etwas herzustellen. Eventuelle Bastelvorgaben von Seiten des Personals verstehen sich lediglich als Impuls zum Anregen eigener schöpferischer Ideen. Uns geht es nicht um ein formschönes Produkt (im Sinne von Erwachsenen), sondern um den "Weg" den das Kind geht, um etwas auszudrücken oder zu probieren.

    3.4.1 bildnerisches Gestalten

    • Grundverständnis über Farben und die Möglichkeiten diese zu mischen erwerben (z.B. Sinnesmaterial, Farbmischpalette und Farbabstufung)
    • Mit verschiedenen Materialien, Techniken als Ausdrucksmöglichkeiten umgehen können (z.B. Ton, Papp-mache, Knete usw.)
    • Mit verschiedenen Werkzeugen (z.B. Pinsel, Schwämme, ...) experimentieren
    • Auf unterschiedlichen Untergründen malen (z.B. Tapete, Stoff, Papier, Karton, Stein, Holz, ...)
    • Erstellen von Collagen zu verschiedenen Themen als Gemeinschaftsarbeit
    • Themenbezogen – z.B. Farbenfasching
    • eigene Gestaltungs- und Ausdruckswege entdecken (z.B. sich selbst in Lebensgröße zu ummalen und anmalen, eigenes Experimentieren und Gestalten am Maltisch,...) sowie Ausdrucksformen anderer erleben und wertschätzen lernen (z.B. Gestaltetes mit Legematerial gemeinsam betrachten, Bildbetrachtungen, ...)
    • Kennen lernen von neuen Mal- und Gestaltungstechniken (z.B. Malen mit Wachsmalkreiden, Wachskratztechnik, „nass-in-nass-Malerei, Kleisterbilder,...)

    3.4.2 Werken

    In unsere Holzwerkstatt, sowie an der Werkbank auf der Terrasse oder an vorbereiteten Tischen, können die Kinder experimentieren und ihre erlernten Grundtechniken der Holz-, Stein-, Ton- und Teigverarbeitung ausprobieren und vervollkommnen.

  • Ziele:
  • 1. Kennen lernen

    • Von Werkzeuge und deren Handhabung bzw. Zweck (sicherer Umgang/Verletzungsgefahr)
    • verschiedener Holzmaterialien und deren besondere Eigenschaften
    • von unterschiedlichen Werk- und Bearbeitungstechniken
    • von anderen Materialien (Y-tong, Ton, Mosaik- und Gipsarbeiten, Teig) und deren Verarbeitungs- und Anwendungsmöglichkeiten
    • von Kombinationsmöglichkeiten mit „unüblichem“ Werkmaterial, z.B. Filmdosen, Becher, Papprollen ...
    • von gesammelten Schätze (z.B. Treibholz, Steine, Zapfen,...) und diese zu Kunstwerken anmalen, fädeln, schnitzen...
  • 2. Erweiterung des Wortschatzes
  • 3. Grob- und Feinmotorik üben

    3.5 Sprache

    Das Vorschulalter ist die entscheidende Zeit für den Spracherwerb. Damit sich Sprache entfalten kann, versuchen wir möglichst viele Sprechsituationen für die Kinder herbeizuführen. Wir nehmen uns viel Zeit für persönliche Gespräche mit den Kindern, um die Freude am Dialog zu wecken, z.B. durch

    • Fingerspiele und Reime im Kreis
    • Verbalisieren von Gefühlen bspw. in Konfliktsituationen
    • Vermitteln von allgemein gültigen Gesprächs- und Höflichkeitsregeln

    Die Fähigkeit, sich mündlich auszudrücken (Sprachkompetenz) ermöglicht den Kindern ihre Erfahrungen, Wünsche und Ideen mitzuteilen und die der anderen wahrzunehmen.

    Außerdem vermitteln wir den Kindern non-verbale Kommunikationsmöglichkeiten, wie z.B. im Pantomimespiel oder beim Nachspielen von Geschichten und Märchen. Dabei möchten wir auch den Bezug zwischen Text und eigener Erfahrung herstellen.

    Wir nutzen die Materialien von Maria Montessori. Diese bauen auf der individuellen Entwicklung der Kinder auf und sind somit besonders geeignet für Kinder mit Mehrsprachigkeit, Entwicklungsdefiziten, Sprachauffälligkeiten und/oder Behinderung. Wir integrieren Kinder mit Sprachauffälligkeiten nach dem Grundsatz: „Der/die spricht anders.“ Nicht: „Der/die kann nicht!“

    Die Kinder werden von uns ErzieherInnen bei ihrem individuellen Lernprozess unterstützt, z.B. durch Demonstration (Darbietung) geeigneter Materialen, Hilfestellung, Arbeitspartner,...

    Dazu bieten wir u.a.

    • Lautkarten und -spiele zur Differenzierung eines Lautes (Sch, l, k ,r , f,...)
    • Reimespiele
    • Atemübungen und Mundmotorikspiele („Pustefix“ mit Strohhalm, Wasser, Watte...)
    • Sprach- und Mimikkarten
    • Material zur Wortschatzerweiterung (bspw. „Aus zwei mach eins“)
    • Bildgeschichten (auf Bildern dargestelltes in Worte fassen, dem Partner beschreiben)

    Parallel begleiten und unterstützen wir die Kinder auf ihrem Weg, Sprache in Schrift umzusetzen bzw. sogar Erfahrungen im ersten Lesen machen zu können. Dies geschieht auf zwei Ebenen:

     - indirekt

    • durch die Übungen des täglichen Lebens, wie bspw. Schütten oder Löffeln zur Förderung der Feinmotorik (Stifthaltung, Auge-Hand-Koordination)
    • durch das Sinnesmaterial zur Verfeinerung und Vertiefung der lebenspraktischen Übungen
    • durch das oben genannte Sprachmaterial und durch die bereits beschriebenen Angebote
    • durch Gedächtnisübungen, z.B. Memori
  • - direkt
    • Schwungübung auf Papier oder Sand
    • Material zum Schreiben von M. Montessori:
    • metallene Einsätze:
    • Ziele:
    • - Erlangung der kontrollierten Stifthaltung
    • - Förderung der Schreibflusses
    • - Schreibrichtung von links nach rechts üben
    • - Aktivierung des Muskelgedächtnisses
    • Sandpapierbuchstaben
    • Ziel ist das Kennen lernen des Symbols zu einzelnen Laute durch das Befühlen (Tast- und Muskelsinn) und Hören
    • Bewegliches Alphabet
    • Ziele:
    • - Erforschung und Analyse der eigenen Sprache
    • - Isolierung der Laute
    • - Wiedergabe von Wörtern
    • Ergänzt wird das Material durch adaptiertes Material, Anlautkasten, Definitionskärtchen und der Druckerei (Druckbuchstaben-Stempelkasten)

    Wir möchten Kinder mit Zwei- und Mehrsprachigkeit angemessen begleiten. Dabei ist es uns wichtig, sie in ihrer sprachlich-kulturellen Identität zu respektieren und andere Sprachen mit in unseren Alltag zu integrieren, z.B. Neugierde wecken durch zweisprachige Lieder, Spiele und Bücher.

    Um den Erwerb der deutschen Sprache von zwei- und mehrsprachigen Kindern, auch im Hinblick auf den Übergang in die Schule, angemessen zu beobachten und unterstützen, führen wir sog. Sismik-Beobachtungsbögen. Darüber hinaus erhalten diese Kinder in einem sprachlichen Vorkurs spezielle Förderung.

    Sprachkompetenz ist eine Schlüsselqualifikation und somit Voraussetzung, um sich Bildung im schulischen, beruflichen oder gesellschaftlich-kulturellem Bereich anzueignen.

    Uns ist es daher besonders wichtig die Kinder in diesem Bereich zu fördern, da dies auch im BEP unter dem Fachbegriff „Literacy“ in besonderem Maße gefordert wird.

    3.6 Die Bedeutung elementarer Musikerziehung

    Die Entwicklung des Musikverständnisses und das der Sprachentwicklung fallen zeitlich in die gleiche sensible Phase. Deshalb hat Maria Montessori der Musik bei der Entwicklung des Kindes einen wichtigen Platz eingeräumt.

    Voraussetzung um diese Freude zu wecken und zu erhalten, ist es, in einer vorbereiteten Umgebung Musik vielseitig erlebbar zu machen. Dazu gehört auch, das Kind selbst entscheiden zu lassen, wann und ob es sich durch Musik ausdrücken will. (Konzeptionelle Abgrenzung zur Arbeit an Musikschulen)

    Die Musik bietet im Gegensatz zur Sprache ein Medium mit einer erweiterten Ausdrucksmöglichkeit auf der Gefühlsebene. Einerseits lassen sich Gefühle durch Musik besser ausdrücken, andererseits emotionale Belastungen besser abreagieren. Dies führt zu einem seelischen Ausgleich. Musik hat auch ein soziales Element: Sie wirkt persönlichkeitsbildend. Gemeinsames Singen und Musizieren fördert die ganzheitliche Entwicklung des Kindes, trotzdem sollte sie sinnvoll und zweckfrei eingesetzt werden

  • Ziele und Inhalte der elementaren Musikerziehung:
    • gemeinsames Singen:
  • - Stimmbildung, eine Singstimme entdecken
  • - Kinderlieder und –verse kennen lernen (Liedgut im Kindergarten, eigene Liederkartei

    • - Freude am gemeinsamen Singen entwickeln (z.B. beim Singen im Kreis)
    • gemeinsames Musizieren, freies Musizieren, sich durch Musik ausdrücken
    • - verschiedene Musikinstrumente kennen lernen

    - eigene musikalische Ideen entwickeln und umsetzen

    - Lieder und Geschichten mit Orffinstrumenten begleiten

    • Musik erleben, bewusst machen
    • z.B. Musik als Möglichkeit zur Entspannung oder Aufmunterung erfahren (Phantasiereisen, Entspannungsübungen mit Musik.)

    3.7 Mathematik

    Maria Montessori beschreibt den menschlichen Geist auch als einen „mathematischen Geist“, denn Mathematik ist etwas das zum Menschen schlechthin gehört. Überall wo gemessen, verglichen, gezählt, geordnet oder rhythmisiert wird, erfahren bzw. erleben wir Mathematik.

    Das „grundlegende mathematische Material“ von Maria Montessori begegnet uns im Dimensionsmaterial (z.B. Rosa Turm). In der Arbeit mit diesem Material macht das Kind folgende Erfahrungen bzw. erwirbt folgende Kenntnisse:

    • lernt Relationen kennen, wie eng –weit, groß –klein, dick – dünn, lang – kurz, leicht – schwer
    • Begriffe, wie Kubus, Prisma, Zylinder, Grundfläche, Durchmesser
    • Zählen 1 – 10
    • Vorbereitung für das Dezimalsystem
    • Bildet Reihen
    • Ordnet, Bildung von Ordnungsstrukturen
    • Erfährt/fühlt verschiedene Dimensionen
    • Kann messen und vergleichen (rote Stangen)
    • Sortiert und ordnet
    • Übungen in Statik (Gesetze der Statik)
  • Mit dem geometrischen Material von Maria Montessori können den Kindern folgende Lerninhalte bzw. Erfahrungen auf kindgerechte Weise vermittelt werden:
    • Kennen lernen der verschiedensten geometrischen Flächen (geometrische Kommode)
    • Abstraktion von Flächen (Hinführung)
    • Kennen lernen geometrischer Gesetzmäßigkeiten (konstruktive Dreiecke)
    • Benennen verschiedener geometrischer Formen (Trapez, Raute, Sechseck)
    • Kennen lernen geometrischer Körper
    • Grundzüge der Mengenlehre/Schnittmenge
    • Grunderfahrung der binomischen bzw. trinomischen Formel
    • Grunderfahrung mit Volumen (Schütten)
    • Handhabung von Brüchen durch Darstellung, Kennen lernen von Namen und Schreibweise und Gleichwertigkeit von Brüchen

    Mit dem „konkreten“ Mathematikmaterial nach Maria Montessori können die Kinder folgende Erfahrungen machen:

    Das Kind

    • erkennt und erfährt Mengenelemente
    • lernt Namengebung für die Menge (=Zahl)
    • kombiniert Wort und Menge
    • erhält sensorische Eindrücke für Abstufungen (1-10, 1-100, 1-1000)
    • lernt geschriebene Symbole (=Zahlen) kennen
    • erhält eine Grundlage für das „Alphabet des Dezimalsystems“ (mit den Ziffern 0-9 sind alle anderen Zahlen erstellbar)
    • übt die Zahlenreihe 1-10. 1-100 usw.
    • schafft Verbindungen von Quantität und Zahl
    • erfährt die Bedeutung der Null („Null alleine bedeutet nichts!“ – erste Funktion der 0)
    • kann Mengen selbst herstellen und erfährt, dass jede Menge aus einer gewissen Anzahl von Elementen besteht (Ziffernfolge von 1-10 und Mengenzuordnung)
  • Folgende Materialien bieten wir dazu an:
    • numerische Stangen
    • Sandpapierzahlen
    • Spindelkasten
    • Ziffern und Chips
    • Goldenes Perlenmaterial
    • Seguin-Bretter
    • Perlenketten
  • Diese Erfahrungen dienen der Stärkung der kognitiven Kompetenzen des Kindes. Sie bereiten indirekt auf das Addieren, Subtrahieren, Multiplizieren und Dividieren vor.
  • Zur Erweiterung dieser Grunderfahrungen bieten wir den Kindern Einführungen und erste Arbeiten an für

    • Übungen zur Addition und Subtraktion, bspw. am Streifenbrett
    • Multiplikations- und Divisionsübungen an den entsprechenden Brettern.

    Erfahrungen im Alltag mit Mathematik und Geometrie:

    • Kochen und Backen (wiegen, zählen, messen)
    • Uhrzeit, Jahresablauf, Tag und Nacht
    • Musik (Takt)
    • Falten
    • Kunst
    • Rhythmik, Tanz, Sport
    • Naturwissenschaft, Technik (messen, wiegen)
    • Werken, Bauen
    • Legen
    • Abzählreime, Fingerspiele
    • Einkaufen
    • Planungen/Vorbereitungen aller Art (z.B. Kreis oder Angebot)
    • Umgang mit Geld
  • 3.8 Die kosmische Erziehung - sich als Teil des Universums und als Teil allen Lebens auf der Erde begreifen lernen
  • Das Hauptanliegen von Maria Montessori zur Kosmischen Erziehung ist die pädagogische Umsetzung der Erkenntnis, dass der Mensch ein Teil eines kosmischen Ganzen ist und das seine Schöpfungsaufgabe darin besteht, an einem universellen „kosmischen Plan“ mitzuwirken.

    Das Kind kann dabei die Welt als eine komplexe Ganzheit (der Schöpfung) sehen und den von der Natur vorgegebenen Gesetzen folgen. Daraus resultiert, dass das Kind im Laufe seiner Entwicklung sich mit religiösen und naturwissenschaftlichen Themen der Umwelt, der Technik, der Ästhetik, der Kunst und der Kultur auseinandersetzt.

    Wir unterteilen dies in folgende Themenbereiche:

    3.8.1 Gestaltung und Kultur

    • Lieder und Gedichte in bayerischer Mundart
    • Volkslieder („Spannenlanger Hansel“, „Ein Vogel wollte Hochzeit machen“,...)
    • Erzählen, vorlesen und nachspielen von Märchen („Schneewittchen“, „Drei Federn“, „Die Bienenkönigin“,..)
    • Sich in verschiedenen Rollen erleben und die Perspektive anderer übernehmen
    • Traditionelle Sing- und Kreisspiele („Machet auf das Tor“, “Heissa durch die lange Reihe“, „Ochs am Berg“,...)
    • Fest- und Feiergestaltung (Erntedank, St. Martin, Fasching, Sommerfest usw.)
    • Entdeckung eigener Gestaltungs- und Ausdrucksmöglichkeiten, wie z.B. bildnerisch, plastisch, sprachlich, mimisch etc. und dabei die Vielfalt im Denken und Handeln entfalten (z.B. gemeinsam eine Weihnachtskrippe bauen)

    3.8.2 Interkulturelles Lernen

    • Wir stellen Verbindungen zu traditionellem Liedgut her, z.B. „Brüderchen komm tanz mit mir“ auf deutsch und türkisch singen
    • Begrüßen bzw. Verabschieden uns mit einem Lied in vier Sprachen, „Guten Tag, gülle, gülle...“
    • Wir lernen Kontinente und deren Länder und Staaten kennen, wie Asien, Türkei, Afrika (andere Traditionen, Sprache, Lieder, Geschichten, Essen...).

    3.8.3 Religion

    Bei uns erhält das Kind die Möglichkeit, in der Begegnung mit lebensnahen Wertsystemen und religiösen Überlieferungen, Wertschätzung und Offenheit gegenüber anderen zu entwickeln.

    Die Kinder werden in vielen Richtungen sensibilisiert, z.B. Stille-Übungen, behutsamer Umgang mit Lebewesen und Material, Pflege des Materials und der Umgebung, Sinnesübungen, sowie

    Einflüsse der konkret bei den Kindern gegebenen Religionen  (Geschichte und Bräuche)

    Dabei wollen wir Inhalte verschiedener Religionen vermitteln, z.B.

    • Vermittlung religiöser Traditionen, bspw. Islam – Ramadan
    • Feste im religiösen christlichen Kirchenjahr kindgerecht vorbereiten und feiern, wie z.B. St. Martin, Nikolaus, Weihnachten, Ostern und Pfingsten

    Im Sinne von Maria Montessori verstehen wir unter religiöser Erziehung vor allem etwas mit Handeln verbundenes:

    • Die Erhebung (alltäglicher Verrichtungen. z.B. das behutsame Kerzenanzünden bekommt einen Sinnzusammenhang)
    • Die Stille in Form der Meditation ist Bestandteil vieler Religionen
    • Die gemeinsame Geburtstagsfeier (als Ausdruck des Eingebundensein in universelle
    • Zusammenhänge)

    3.8.4 Natur und Umwelt  

    Wöchentliche Wanderungen und Exkursionen zu jeder Jahrszeit und Witterung in die nähere Umgebung vervollkommnen und ergänzen den Erfahrungsbereich der Kinder.

    (Beispiele: Kennen lernen von alltäglichen Dingen, wie öffentliche Verkehrsmittel nutzen, Besorgungen erledigen, Wanderungen, Aufenthalte in der Natur ...)

    Zur Erweiterung und Vertiefung bieten wir zusätzlich Materialien zur kosmischen Erziehung in Form von bspw. Kartenmaterial, Anschauungen, z.B. von Blättern, Tieren, Pilzen und Literatur zu bestimmten Bereichen an:

    • Umwelterziehung und –schutz, Mülltrennung und –vermeidung, Energiesparen
    • Einblick in Ökosysteme (z.B. Wald) und Naturkreisläufen (z.B. Wasserkreislauf)
    • Botanik, Gartenpflege: Gemüse- und Beerengarten: eigene Pflanzen heranziehen, ernten und verarbeiten (verwendete Literatur, z.B. „Nur ein kleines Samenkorn“, „Die Sonnenblume“, „Der Kürbis“, ...)
    • Sammeln von verschiedenen Naturmaterialien, benennen, sortieren, ordnen ... (z.B. Früchte, Blätter, ...)
    • Zoologie: Tiere und Lebensräume beobachten und entdecken (Wurm, Maulwurf, Vogel, Igel, Schmetterling, Schnecke, Frosch,...)
    • Natur und Umweltbeobachtungen, z.B. Phänomene des Wetters, Licht und Schatten, Sonnenstand, ...)
    • Geographie: unterschiedliche Kontinente und deren Länder kennen lernen (Menschen, Tiere, Pflanzen, Klima etc., z.B. Länder- und Kontinentpuzzle, Globus, Literatur, wie z.B. „Kinder dieser Welt.“
    • Geschichte, z.B. die Dinosaurier, das Leben der Ritter, das Leben der Ureinwohner Amerikas etc.
    • Orientierung von Zeit: Kennen lernen von Jahreszeiten, Monaten, Wochentagen, Kalender, Geburtstage, Uhr...
    • Kennen lernen von Planeten und Sternbildern, u.a. Horoskop, Sonnensystem,...
    • physikalische Gesetzmäßigkeiten erfahren (z.B. Magnetismus, Schwerkraft, Mechanik...)
    • naturwissenschaftliche Gesetzmäßigkeiten erfahren (z.B. Balken, Waage, Fahrrad...)
    • sachgerechter Umgang mit Werkzeugen und Werkbank, Geräte zerlegen und zusammenbauen
    • Größen-, Längen-, Gewichts-, Temperatur-, und Zeitmessungen durchführen und das Grundverständnis entwickeln

    3.9 Medienkompetenz

    Das Spektrum der Medien ist weit. Es wird unterschieden nach

    • auditiven Medien (Tonmedien, z.B. Radio, CD-Spieler)
    • visuellen Medien (Fotos, Dias, Druck) und
    • audiovisuellen Medien (Bild-Ton-Medien, z.B. Computer, Fernsehen, Video, DVD)

    Die meisten Kinder kommen von klein auf mit Informations- und Kommunikationstechniken (z.B. Scanner im Supermarkt, Lichtschranke im Parkhaus oder an der Ampel) und mit Medien (Computer, Fernsehen) in Berührung. Sie haben Interesse daran.

    Umso wichtiger ist es bereits im Kindergartenalltag durch Medienerziehung und Medienbildung positive Potentiale nutzbar zu machen und auch den drohenden Risiken im Umgang (z.B. bei einer sehr medienlastigen Erziehung) damit zu begegnen. In diesem Zusammenhang spielt auch die Elternarbeit eine bedeutende Rolle.

    Unser Umgang mit Medien im Kindergarten:

    3.9.1 Medien zur Bildung, Wissenserweiterung und Unterhaltung entdecken lernen

    • Unterstützung und Raum geben um Medienerlebnisse emotional und verbal verarbeiten zu können
    • Mit Medien bewusst und kontrolliert umgehen lernen (z.B. Tonmedien können nur im Musik- und Rhythmikraum zu bestimmten Zeiten gehört werden = bewusstes Hören!)
    • Medien und Geräte im Lebensalltag entdecken, Verwendungs- und Funktionsweise erfahren
  • 3.9.2 Medien zur kulturellen Mitgestaltung begreifen lernen
    • Medien als Gestaltungs- und Ausdrucksmittel nutzen, z.B. Aushängen von Foto- und Bildmaterial, Geschichten mit Dias untermalen
    • Medien aktiv produzieren, z.B. Einsatz der Videokamera in Spielsituationen oder bei Festen, Theateraufführungen der Kinder, Hörspiele oder Lieder auf Kassette aufnehmen,...

    3.10 Bewegung als elementares Bedürfnis des Kindes

    „Sich bewegen“ ist ein elementares Bedürfnis des Kindes, dem Zeit und Raum gegeben werden muss. Bewegung bildet eine Einheit aus Wahrnehmung, Erleben, Denken und kommunikativem Handeln. Wir sehen in dem Bedürfnis sich zu bewegen, das Tor zum Lernen, d.h. dass unser Körper Ausgangspunkt allen Lernens ist. Bewegung basiert auf einer sogenannten intrinsischen Motivation, d.h. die Befriedigung liegt in der Betätigung selbst und nicht im Erreichen von außen gesetzten Zielen. So lernt das Kind frei und eigenbestimmt. Körper, Geist und Seele finden in der Bewegung zusammen, so dass das Bild, das ein Kind von sich selbst entwickelt bzw. von sich selbst hat, von seiner Körpererfahrung geprägt ist.

    Angesicht der veränderten Lebensbedingungen unter denen Kinder heute aufwachsen, fällt uns als Kindertagesstätte eine ausgleichende Funktion zu, um den natürlichen Bewegungsbedürfnis des Kindes buchstäblich freien Raum zu geben. Die Kinder haben bei uns die Möglichkeit ihrem Bewegungsbedürfnis zu folgen.

    Unsere Bewegungsbaustelle bietet, neben dem Angebot seitens des/der Erziehers/in für das Kind die Gelegenheit zu vielfältigen und großräumigen Bewegungserfahrungen. Es stehen dem Kind verschiedene Gerätschaften, wie Fahrzeuge, Bälle, Hängematten, Seile, Weichbodenmatten, Decken usw. zur Verfügung. Die Kinder können ihre Bewegungsumwelt selbst mitgestalten, umgestalten und Gegenstände kombinieren. Vor allem auch in der freien Natur (Garten, Wanderungen) bieten sich vielfältige Möglichkeiten zum Ausleben des Bewegungsdranges.

    3.11 Das Rollenspiel

    Im Rollenspiel kann das Kind in andere Rollen schlüpfen, sich verkleiden/verwandeln /“jemand anders“ sein und Gefühle, Empfindungen und Stimmungen zum Ausdruck bringen und verarbeiten.

    Durch das Rollenspiel kann das Kind darüber hinaus

    • seine kognitiven, motorischen und sprachlichen Fähigkeiten erweitern
    • kreative Fähigkeiten zum Ausdruck bringen
    • seinen Erfahrungsbereich erweitern
    • soziales, kooperatives und regelbewusstes Verhalten aufbauen
    • sein Spielverhalten erweitern
    • Nähe und Zuwendung erfahren
    • Freundschaften knüpfen

    Es regt

    • die Kreativität
    • die Phantasie
    • das Soziale Lernen/Kooperation/Kommunikation
    • Expression/Impression

    an, ebenso wie

    • sich auszudrücken
    • sich einzufühlen,
    • etwas anzusprechen, zu planen und zu handeln

    3.12 Bauen, Legen, Konstruieren

    In unserem Bauzimmer gibt es verschiedene Größen und Formen von Holzklötzen, allerlei Naturmaterialien, Fahrzeuge, Tiere, Kugelbahnen und Konstruktionsmaterial. Hier ist Platz zum Bauen, Legen, Anordnen, Konstruieren, Darstellen und Umgestalten, welches vom Kind Planen und Handeln erfordert.

    Das Bauzimmer mit seinen Materialien

    • regt zum Rollenspiel an, indem Ideen und Erlebniswelten aufgebaut werden
    • (z.B. Zoo, Bauernhof, Piraten, ...)
    • bietet die Möglichkeit zum sozialen Lernen
    • (gemeinsam Ideen umsetzen, Absprachen treffen)
    • lässt Schwerkraft erproben und statische Gesetzmäßigkeiten erleben
    • (z.B. Wann fällt ein Turm um?)
    • fordert Behutsamkeit der Bewegungen
    • ist eine mathematische Vorbereitung, d.h. Flächen, Größen, Oberflächenbeschaffenheiten, Höhen, Tiefen, Längen und Gewichte werden spielerisch erfasst
    • fördert die Wahrnehmung, Konzentration, Kreativität, Phantasie und Einfühlungsvermögen
    • schult die Auge-Hand-Koordination, die Feinmotorik, ebenso wie Ausdauer und Geduld
    • gibt Selbstvertrauen, Selbständigkeit und Selbstsicherheit

     

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